Heilpflanzen

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Beschreibung
Brennnessel Große Brennnessel
(lat. Urtica dioica)

Inhaltsstoffe: Acetylcholin (ein Neurotransmitter der als Botenstoff eine zentrale Rolle bei der Regulation vieler Körpervorgänge spielt), Vitamin C, Eisen, Chlorophyll, Gerbstoffe, Histamin (welches den unangenehmen Hautausschlag hervorruft), Kieselsäure

Die weit verbreitete und vielgehasste Brennnessel gehört zu den Nesselgewächsen. Sie hat jedoch neben der „brennenden“ Wirkung auch viele nützliche Eigenschaften, die ich hier gerne aufführen möchte:

Als Salat, Suppe oder Gemüse zeichnet sie sich besonders durch einen sehr hohen Vitamingehalt aus.
Man kann sie wie Spinat zubereiten oder auch als Salat essen. Bei größeren Pflanzen verwendet man nur die Blätter der Triebspitzen.
Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man entgegenwirken, indem man die Triebe in ein Tuch wickelt und stark wringt, sie kurz blanchiert oder ihnen eine kräftige Dusche verabreicht. Durch das vermischen mit Salatsoße werden die Nesselhaare zerstört.

Brennnesselblätter als Tee getrunken zubereitet gilt als altes Hausmittel.
Er hat eine reinigende, entgiftende, Blut bildende und Stoffwechsel fördernde Wirkung. Laut Maria Treben ist die Brennnessel die beste Blut reinigende und Blut bildende Heilpflanze aus dem Garten Gottes. Sie empfiehlt gegen Akne, neben einer schonenden Ernährung, täglich 1 Liter Brennnessel-Tee. Hierzu nimmt man pro Tasse einen TL Kräuter und lässt sie eine halbe Minute ziehen.
Für eine Entschlackungskur empfiehlt sie 4 Tassen pro Tag.

Auch im biologischen Gartenbau findet die Brennnessel eine vielfältige Verwendung. Ein scharfer Kaltwasserauszug (24h angesetzt) festigt durch die enthaltene Kieselsäure die Zellwände der gegossenen Pflanzen und stärkt so gegen den Befall von Blattläusen. Ein ideales Pflanzenstärkungsmittel, also.

Rezept für Brennnessel-Salat (4 Portionen):
400g frische Brennnesseln (junge und zarte Blätter nehmen)
Ausgepressten Saft eine Zitrone
3 EL Öl
1 TL Apfeldicksaft
1 fein gehackte Knoblauchzehe
Salz und Pfeffer nach Belieben

Rezept für Brennnessel-Suppe (4 Portionen):
500g frische Brennnesselblätter (junge und zarte Blätter nehmen)
1 kleine Zwiebel oder 4 Schalotten
1 große Kartoffel, gewürfelt
1 Liter Brühe
Salz und Pfeffer nach Belieben
1 kleiner Becher Crème double

Von den gewaschenen Blättern 1/3 fein hacken und zur Seite stellen.

Zwiebel bzw. Schalotten in Butter andünsten. Die ganzen Brennnesselblätter in den Topf geben und 1 Minute garen. Die Kartoffelwürfel dazugeben und mit 1 Liter Brühe auffüllen. Ca. 20 min. köcheln lassen bis die Kartoffel weich ist. Dann die Suppe mit dem Zauberstab fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Creme double dazu und mit den gehackten Brennnessel-Blättern bestreuen.

 
Dinkel

Dinkel

Das Urgetreide. Schon Hildegard von Bingen empfahl ihn und bietet eine Umfangreiche Rezeptpalette an.
Kaufen sie am besten nur „reine“ Dinkelsorten wie Franckenkorn beim Müller oder Biohändler Ihres Vertrauens.

Dinkelgetreide wird eine bessere Verträglichkeit zugeschrieben. Menschen, die allergisch auf Weizen reagieren, können versuchen, Weizen durch Dinkel zu ersetzen. Beachten Sie aber bitte: Dinkel ist nicht glutenfrei und daher nicht für die Ernährung bei Zöliakie geeignet.

Hier ein tolles Rezept für Energie-Nervenkekse:
400g Dinkelmehl (Franckenkorn)
250g Butter
2 Eier bzw. Eiersatzpulver
150g Rohrzucker oder Honig nach belieben (geht natürlich auch mit Stevia)
200g gemahlene Mandeln
20g Muskat
20g Zimt
10g Nelken
etwas Salz, Wasser

Mehl auf die Arbeitsfläche geben, eine Vertiefung formen und die Butter in kleinen Stückchen darauf geben.
Zucker, (Honig bzw. Stevia) Mandeln und die Gewürze hinzufügen. Alles schön durchmischen und mit einem großen Messer durchhacken. Schnell zusammenkneten und kalt stellen.
Nach 30 Minuten den Teig 2-3mm dick ausrollen und Plätzchen ausstechen.
Bei 180-200°C etwa 20min backen.

Dinkelkissen selbst gemacht – das ideale Weihnachtsgeschenk
(nach einer genialen Idee der heiligen Hildegard von Bingen)
Wer kennt es nicht das wärmende, schöne Gefühl, wenn einem die Mama eine Wärmflasche (oder ein Dinkel- bzw. Kirschkernkissen) auf den schmerzenden Bauch bzw. in’s kalte Bettchen legt?
Das Dinkelkissen ist eine "trockene“ Wärmflasche; die Füllung besteht aus Dinkelkernen oder Dinkelspreu.
Dinkel dient als hervorragender Wärmespeicher, ist robust und durch seine harte Schale extrem widerstandsfähig. Dadurch, dass er klein ist, passt er sich wunderbar jeder Körperpartie an.

Die Anwendungsgebiete:

  • als Wärmflasche bei Schmerzen aller Art (Augen, Bauch, Brust, Füße, Gelenke, Kopf, Menstruationsbeschwerden, Rücken, Ohren)
  • zum Stressabbau (einfach ein paar Minuten auf die Stirn legen)
  • für das wöchentliche Wellness-Verwöhnprogramm
  • hilft bei kalten Füßen


Und so wird’s gemacht:
Das Kissen zum Erwärmen einfach auf die Heizung legen und bei Bedarf benutzen – wenn’s schnell gehen muss kann es im Backofen oder auch, falls man eine hat, in einer Mikrowelle erwärmt werden.

Dinkelspreu:
Dinkelspreu eignet sich nicht als Wärmekissen. Sie ist sehr schnell entflammbar und unterliegt einer hohen bakteriellen Belastung. Es wird meistens nur für Kopf- und Ruhekissen verwendet.
Da die Spelzen viel Luft einschließen, sind die Kissen überraschend atmungsaktiv, was zur Folge hat, dass man weniger schwitzt, weil es nicht zum Feuchtigkeits- und Wärmestau (wie bei Federkissen) kommt.
Trotz der formstabilen Füllung werden die Kissen beim Liegen als sehr weich und angenehm empfunden. An das leise Rascheln im Ohr gewöhnt man sich schnell – es hat sogar etwas geheimnisvolles.

Tipp:
Die Füllung (also Dinkel oder Dinkelspreu) bei häufiger Anwendung 2x mal im Jahr komplett austauschen, damit sich keine Mikrobakterien bilden können. Die „Reste“ einfach auf dem Kompost entsorgen.
Ideal als Geschenkidee für das kommende Weihnachtsfest:
Man kann selbst genähte Kissen mit Dinkel oder Dinkelspreu selbst befüllen - da freut sich nicht nur die Oma!

Mistel Die Mistel
(lat. Viscum Album )

Volkstümliche Namen:
Laubholz-Mistel, Affolter, Bocksfutter, Donnerbesen, Drudenfuß, Elfklatte, Geißkrut, Guomol, Hexenbesen, Hexenkrut, Hexennest, Immergrüne, Kluster, Leimmistel, Marenklatte, Marentaken, Mischgle, Mischgelt, Misple, Mistel, Mistele, Mistelsenker, Nistle, Uomol, Vogelchrut, Vogelkälb, Vogellim, Vogelmistel, Weiße Mistel, Wespe, Wintergrün, Wispel, Wispen, Wösp

Vorkommen:
China, Deutschland, Frankreich, Iran, Japan, Korea, Mittelengland, Portugal, Sizilien, Südnorwegen, Südschweden und Taiwan.
Wächst auf den unterschiedlichsten Wirtsbäumen, wie Apfel, Eiche, Kiefer

Anwendungsbereiche und Verwendung:
In der anthroposophischen Medizin, bei Arthrose , in der Homöopathie, Kardiologie, Onkologie, Phytotherapie, in der TCM (Traditionelle chinesische Medizin)

Inhaltsstoffe:
Enzyme, Flavonoide (Fette sowie Pflanzenfarbstoffe), Glykoproteine, Glykoside, Isolektine, Polypeptide, Polysaccharide, Viscotoxine

Die Anwendung der Mistel reicht weit zurück: Bei den keltischen Völkern war die Mistel ein Symbol des Friedens. In ihrem Zeichen versöhnten sich Feinde und gaben sich den Friedenskuß.

Die Mistel ist auch ein Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit, daraus entwickelte sich der Brauch, dass Verliebte sich zu Weihnachten unter einem Mistelzweig küssen.
Deshalb werden heute noch oft zur Weihnachtszeit Mistelzweige über Türen aufgehängt. Paare, die sich zu Weihnachten dort küssen, bleiben für immer zusammen, so sagt der Brauch!
Das Ritual hat allerdings auch seine Tücken: Laut keltischem Brauch muss die Mistel mit einer goldenen Sichel geschnitten und binnen zwölf Nächten verbrannt werden. (Aber das weiß ja jeder aufmerksame „Asterix und Obelix“-Leser!)
Außerdem sollen Misteln nur demjenigen Glück bringen, der sie geschenkt bekommt. Kaufen oder selber sammeln gilt nicht! Wenn die Wirkung des Kusses zur Weihnachtszeit unter dem Mistelzweig also nicht wie erhofft anhält, dann wissen Sie jetzt weshalb.

Seit Rudolf Steiner wurde die Mistel auch wieder hierzulande für die „antroposophische Medizin“ entdeckt.
Je nachdem auf welchem Wirtsbaum die Mistel wächst, ist sie hilfreich zur Bekämpfung bei Tumoren und in der Krebstherapie. Diese Wirkung wurde bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen und kommt von der immunstärkenden Wirkung der Glycoproteine, Polypeptide, Peptide, Polysaccharide und der Flavonide. Schlaf, Appetit und Leistungsfähigkeit können so gesteigert werden und der Körper wird zur Selbstregulation angeregt. Angeblich kann sogar die Zytotoxizität vermindert werden und – was besonders wichtig ist - die Psyche wird positiv beeinflusst. Diese Wirkung ist auf die enthaltenen Viscotoxine zurückzuführen. Die Mistel enthält bis zu 600 verschiedene natürliche Proteine (Eiweißstoffe).
Wenn man sich die Pflanze mal anschaut und weiß, dass sie ja ein „Schmarotzer“ ist, wird einem klar, dass sie die Natur nur zu diesem Zweck (gegen Krebs und Tumore) geschaffen haben muss.
Wie heißt es doch so schön? Für jede Krankheit ist ein Kräuterchen gewachsen.

Wenn der Patient jedoch nicht mehr Leben möchte kann selbst eine von Miraculix mit goldener Sichel geerntete Mistel nicht mehr helfen! Die Mistel entzieht ihrem Wirt Mineralstoffe und organische Nährstoffe, Sie wächst in alle Himmelsrichtungen, auch nach unten, ganz unabhängig von Licht und Schwerkraft. Blüht und fruchtet zu absolut unüblicher Zeit, nämlich im Winter!
Bekannte Medikamentenhersteller haben sich inzwischen bei uns auf die Herstellung von Mistelextrakten zur Injektion spezialisiert. Nur leider hat unsere Schulmedizin davon noch nichts gehört – oder möchte bewusst davon nichts wissen. Schade, denn so könnte man vielen Betroffenen auf natürliche Weise helfen. Es ist auch möglich, die Mistel während einer Chemotherapie (ein Name der einen solchen eigentlich nicht verdient, denn es wird hier wahrhaftig nichts therapiert, nur zerstört) einzusetzen, um die grässlichen Nebenwirkungen der Medikamente zu verringern. In der Fachsprache heißt das dann „integrative Krebstherapie“. Übrigens ein prima Begriff, um mal danach zu „googeln“.
Wegwarte / Chicory Die Wegwarte / Chicory

Wird in der Bachblüten-Therapie eingesetzt zum Erlernen von Losslassen und bedingungsloser Liebe. Bei Enttäuschungen, wenn der erwartete Dank ausbleibt, bei Einsamkeit, weil die Kinder sich nicht melden, bei Eifersucht, wenn man permanent Zuwendung verlangt, bei Depressivität, weil man sich nicht genug geliebt fühlt, bei Besser-Wissertum, wenn man das beste für die Angehörigen weiß. Wenn man andere Beeinflussen möchte, durch besondere Fürsorglichkeit, wenn man beleidigt ist, weil man Dank vermisst, wenn man berechnend ist und seine Angehörigen manipuliert, wenn man sich ausgenutzt fühlt und nach mehr Aufmerksamkeit innerhalb der Familie verlangt.

Warum die Wegwarte, Wegwarte heißt, zeigt diese nette Geschichte auf:
Es waren einmal ein Prinz und eine Prinzessin, die hatten einander sehr lieb und schworen sich ewige Treue. Aber wie so oft im Leben, nimmt der Alltag auf die Liebe leider keine Rücksicht. Das Abendland war wieder einmal bedroht und musste – so meinte der edle Prinz - durch einen Kreuzzug gerettet werden. Als die Liebenden sich verabschiedeten, versprach die Prinzessin dem Prinzen, sie würde hier am Wegesrand auf ihn warten.

Während die Prinzessin wartete, kamen viele fremde Prinzen vorbei, die um die Hand der Schönen anhielten. Sie schlug lachend jeden Annäherungsversuch aus, war sie doch fest davon überzeugt, dass ihr edler Prinz bald aus dem Abendland zurückkäme. Es kamen Nonnen des Weges, die sie gerne mit ins Kloster nehmen wollten, aber sie lehnte dankend ab.

So vergingen viele Jahre und bald interessierte sich kein Mann mehr für die am Wegrand kauernde, noch immer treu und redlich wartende Prinzessin. Jahre später, endlich, als sie schon alt und grau war, starb die Prinzessin vor lauter Kummer und wurde in den Himmel gebracht, wo ihr geliebter Prinz schon viele lange Jahre auf seine Geliebte gewartet hatte. Am Wegesrand wachsen seit dieser Zeit Blumen, deren Blüten so blau wie die Augen dieser Prinzessin sind und deren Heilkraft so stark ist, wie die Kraft der Liebe und Treue dieses Paares ist. 
Zitronenmelisse Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Diese wunderbare Pflanze, die zur Familie der Lippenblütlern gehört, stammt aus den östlichen Mittelmeergebieten und hat sich, da sie auch in vielen Gärten gezogen wird, inzwischen weit verbreitet.
Sie kann sowohl innerlich wie äußerlich genutzt werden. Wenn man die Blätter reibt, nimmt man den zitronenartigen Geruch wahr und es wird einem klar, woher sie ihren Namen hat.

Die Inhaltsstoffe sind: ätherische Öle, Bernsteinsäure (kommt beim Abbau von Glukose und im Harnstoffzyklus vor), Cumarin-verbindungen, Gerbstoffe und Harze

Bereits im 10. Jahrhundert, rühmten die Araber die Pflanze als herzstärkend und als Mittel gegen Melancholie. Desweiteren zählt sie zu den besten Bienenfutterpflanzen, woher sie ihren Namen hat. Melissa heißt auf griechisch Biene und Mela ist der Honig. Schon im Altertum wurde die Melisse zu diesem Zweck angebaut. Virgil (eigentlich Publius Vergilius Maro, 23. v. Chr. – 70 n. Chr., Dichter und Philosoph) und Plinius (23 v. Chr. – 79 n. Chr., römischer Gelehrter) berichten, dass die Zitronenmelisse zum Ausreiben von neuen Bienenstöcken benutzt wurde.

Medizinische Eigenschaften:
Fördert die Gallensekretion, ist krampflösend (z. B. bei Muskelkater), wirkt tonisch, verdauungsfördernd und windtreibend.
Ein Tee hilft gegen: Kopf- und Zahnschmerzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Brechreiz und Depressionen.

Äußerlich angewendet kann man die zerstoßenen Blätter bei Insektenstichen auftragen oder einen herrlichen Badezusatz bereiten.

Auch Hildegard von Bingen erwähnt die Zitronenmelisse. Sie nennt sie sogar „Frauenkraut“, welches bei Menstruationsstörungen helfen soll und die Geburt erleichtert. Zudem vermindert die Melisse Ängstlichkeit und stärkt das Herz. Weiter heißt es: die Lebenskräfte werden gestärkt und nervöse Kopfschmerzen vertrieben.
Dies gilt selbstverständlich auch für Männer!